Ausfallbürgschaften der BürgschaftsbankenBankübliche Sicherheiten | Beteiligungskapital | Betriebsmittel- bzw. KontokorrentkreditBonität | Bürgschaften | Eigenkapital | FinanzierungsplanFremdkapital | GenussscheineHaftung | InvestitionskreditInvestitionsplanLeasingLeasingvertrag | Liquiditätsplan |  Mezzanine-Finanzierung | Nachrangdarlehen|  Öffentliches Förderdarlehen | Private BürgschaftenRating | RentabilitätsplanStille BeteiligungTypische Finanzierungsfehler


 

Ausfallbürgschaften der Bürgschaftsbanken
Für Beträge bis max. 1,25 Mio. Euro stehen im gesamten Bundesgebiet Ausfallbürgschaften der Bürgschaftsbanken bzw. Kreditgarantiegemeinschaften zur Verfügung. Höhere Beträge können in den Alten Ländern – sowie in den Neuen Ländern für einen Bürgschaftsbedarf bis 10 Mio. Euro – in der Regel über Landesbürgschaftsprogramme abgesichert werden. In den Neuen Ländern sowie in Berlin-Ost können bei einem Bürgschaftsbedarf von über 10 Mio. Euro parallele Bundes-/Landesbürgschaften gewährt werden.
Bürgschaftsbanken sind Selbsthilfeeinrichtungen des Mittelstandes, an denen Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Kammern der Freien Berufe, Wirtschaftsverbände und Innungen, Banken und Sparkassen sowie Versicherungsunternehmen beteiligt sind. Sie stehen nicht miteinander im Wettbewerb, sondern sind – jeweils rechtlich und wirtschaftlich selbständig – für die mittelständische Wirtschaft in „ihrem“ Bundesland tätig (vgl. Rubrik „Förderorganisationen“).
Ausfallbürgschaften stellen für Banken, Sparkassen und andere Finanzierungsinstitute vollwertige Kreditsicherheiten dar. Eine Bürgschaftsbank bürgt allerdings nur bis zu 80% des zu besichernden Kreditbedarfs. Für die restliche Summe muss die Hausbank das Risiko tragen.
Achtung: Der Kreditnehmer haftet prinzipiell immer für die gesamte Kreditsumme.


 

Bankübliche Sicherheiten
Bei einer Kreditvergabe verlangt die Hausbank „bankübliche“ Sicherheiten. Dabei übertragen Sie Teile Ihres Vermögens bzw. bestimmte Rechte daran auf den Kreditgeber.

Als Sicherheiten kommen in Frage:

  • Grundpfandrechte (Grundschuld/Hypothek),
  • Bankguthaben,
  • Wertpapiere (Bundesschatzbriefe, Schuldverschreibungen öffentlicher Stellen, Aktien/Aktienfonds, Rentenfonds, Zertifikate offener Immobilienfonds),
  • Lebensversicherungen mit Rückkaufwert,
  • Bürgschaften.

Akzeptiert werden auch marktgängige Maschinen und Fahrzeuge.

Als drittklassige Sicherheiten gelten

  • Kundenforderungen,
  • Warenlager,
  • Ladeneinrichtungen.

Für Ihre Hausbank sind vor allem folgende Fragen wichtig:

  • Sind die in Aussicht gestellten Sicherheiten ausreichend?
  • Lässt sich die Sicherheit leicht vereinbaren und einfach überwachen?
  • Ist die Sicherheit schnell zu verwerten?

Welche Sicherheiten Sie zur Verfügung stellen können, sollten Sie übersichtlich in einer Sicherheitenübersicht auflisten. Wenn Sie dabei feststellen, dass Ihre Sicherheiten nicht ausreichen, informieren Sie sich bitte bei der Bürgschaftsbank in Ihrem Bundesland, welche Möglichkeiten es für Sie gibt.

Übrigens: Beim „ERP-Kapital für Gründung“ und anderen Nachrangdarlehen müssen Sie keine banküblichen Sicherheiten stellen.


 

Beteiligungskapital
Ähnlich verhält es sich mit Beteiligungskapital. Es handelt sich um Eigenkapital, das dem Unternehmen von öffentlichen oder privaten Beteiligungsgesellschaften zur Verfügung gestellt wird; und zwar in Form von Einlagen als Stamm- oder Grundkapital, aber auch als stille Beteiligung am Unternehmen.


 

Betriebsmittel- bzw. Kontokorrentkredit
Beim Betriebsmittelkredit (Kontokorrentkredit) räumt Ihnen Ihre Bank oder Sparkasse auf Ihrem Geschäftskonto ein Kreditlimit ein, das Sie jederzeit in Abhängigkeit von Ihrer aktuellen Geschäftsentwicklung flexibel in Anspruch nehmen können. Auf diese Weise können Sie kurzfristige Liquiditätsschwankungen ausgleichen sowie Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und weitere Ausgaben vorfinanzieren. Vereinbaren Sie mit Ihrer Hausbank einen Kreditrahmen. Faustregel: ein Monatsumsatz. Bei diesem Kredit werden die Zinsen nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag berechnet. Hinweis: Der Betriebsmittelkredit dient nicht für die Finanzierung von Anlagegütern.


 

Bonität
Ein Kapitalgeber wird Ihnen nur dann ein Darlehen geben, wenn sie sicher ist, dass sie das geliehene Geld von Ihnen zurückbekommen wird. Diese Gewissheit vermitteln Sie durch Ihre fachliche und kaufmännische Qualifikation, eine überzeugende Vorhabensbeschreibung, einen nachvollziehbaren Finanzplan und sogenannte bankübliche Sicherheiten.


 

Bürgschaften
Jedes Kreditinstitut verlangt bankübliche Sicherheiten für seine Kredite. Verfügt der Kreditnehmer nicht über ausreichende Sicherheiten, können – für kleinere Beträge – private Bürgschaften und andernfalls öffentliche Bürgschaften der Bürgschaftsbanken oder – bei größeren Vorhaben – Landes- bzw. parallele Bundes-/Landesbürgschaften weiterhelfen.


 

Eigenkapital
Zum Eigenkapital gehören finanzielle Rücklagen und – je nach Rechtsform – das Grund- bzw. Stammkapital Ihres Unternehmens, der erwirtschaftete Gewinn sowie Vermögenswerte, die vom Eigentümer oder Existenzgründer in das Unternehmen eingebracht werden. Darüber hinaus gehören zum Eigenkapital auch Gegenstände (Maschinen, Anlagen, Fuhrpark usw.), die Ihrem Unternehmen unbegrenzt zur Verfügung stehen. Der Anteil des unternehmerischen Eigenkapitals am Gesamtkapital sollte möglichst nicht unter 20% liegen.

Bedeutung von Eigenkapital

  • Sicherheit: Eigenkapital verringert die Gefahr von Liquiditätsproblemen.
  • Unabhängigkeit: Nur wer über ausreichendes Eigenkapital verfügt, kann auch schnell und flexibel auf erneuten Finanzierungsbedarf (z.B. Investitionen bei Marktänderungen) reagieren.
  • Vertrauen: Das eingesetzte Eigenkapital gilt für Banken und Sparkassen oftmals als Messlatte für die Ernsthaftigkeit eines Vorhabens.

Eigenkapitalquellen
Neben den tatsächlichen eigenen Mitteln, die Sie als Gründer oder Unternehmer aufbringen, gibt es auch Eigenkapital, das von Dritten zur Verfügung gestellt wird. Für Existenzgründer und junge Unternehmen beispielsweise bietet der Bund aus dem ERP-Sondervermögen das „ERP-Kapital für Gründung“ an. Es handelt sich dabei zwar um geliehenes Geld, das Sie zurückzahlen müssen, allerdings wird es rein „bilanztechnisch“ nicht als Fremdkapital, sondern als Eigenkapital behandelt. Ein wichtiger Vorteil dabei ist: Es erleichtert Ihnen die weitere Kreditaufnahme. Und: Es handelt sich um Nachrangdarlehen. Sie benötigen also keine Sicherheiten. Bei einer Insolvenz wird der Darlehensgeber nachrangig bedient, also erst dann, wenn die Forderungen aller anderen Kreditgeber befriedigt wurden.

Partner: Eigenkapital und Know-how
Eigenkapital kann auch durch Geschäftspartner ins Unternehmen fließen. Darüber hinaus bringen diese auch zusätzliches Know-how und tatkräftige Unterstützung mit ins Unternehmen ein. Bei der Vermittlung von kapitalkräftigen Partnern helfen z.B. das Eigenkapitalforum der Deutschen Börse AG, die KfW Bankengruppe und das Business Angels Network Deutschland.


 

Finanzierungsplan
Wenn Sie festgestellt haben, wie viel Geld Sie für Ihre Investition benötigen, müssen Sie nun die geeigneten Geldquellen für Ihr Vorhaben finden. Dazu gehören Eigenkapital (Sparguthaben, bisher erwirtschaftetes Kapital bzw. Rücklagen oder Beteiligungskapital anderer Geldgeber) sowie Fremdkapital (Bankkredite und öffentliche Fördermittel).


 

Fremdkapital
Wenn Sie ein Vorhaben finanzieren möchten, werden Sie ggf. feststellen, dass Sie zusätzliches Geld benötigen: Fremdkapital. Je nach Umfang und Nutzungsdauer der Investition kommen unterschiedliche Kreditgeber und Kreditarten in Frage.


 

Genussscheine
Genussscheine laufen auf einen festen Nennbetrag und sind mit einem Zins- bzw. Gewinnanspruch verbunden. Die Inhaber haben keine gesellschaftsrechtlichen Mitwirkungsrechte, wie die Teilnahme an der Gesellschafterversammlung oder Stimmrechte. Die Bedingungen des Genussrechts können frei festgelegt werden. Danach können sie entweder einem festverzinslichen Wertpapier oder eher einer Aktie entsprechen. Wird der Genussscheininhaber am Gewinn und Verlust beteiligt, besteht eine Nachrangvereinbarung, und handelt es sich um eine langfristige oder unbefristete Beteiligung, hat das durch die Genussscheinausgabe beschaffte Kapital Eigenkapitalcharakter.


 

Haftung
Öffentliche Förderdarlehen müssen Sie bei Ihrer Hausbank (Bank oder Sparkasse) beantragen. Diese prüft den Antrag und leitet ihn an die zuständige Förderbank (z.B. KfW) weiter. Wird der Kredit bewilligt, erhält die Hausbank die zugesagte Fördersumme von der Förderbank, um sie dann an Sie als Kreditnehmer weiterzuleiten. Klar ist: Die Kreditsumme müssen Sie auf jeden Fall an Ihre Hausbank zurückzahlen. Dafür haften Sie ihr gegenüber. Die Hausbank wiederum haftet der Förderbank gegenüber für die Rückzahlung des Darlehensbetrags. Die Hausbank wird daher von Ihnen als Kreditantragsteller Sicherheiten verlangen, um nicht auf den Schulden „sitzen zu bleiben“. Bei diesen Sicherheiten handelt es sich beispielsweise um Fahrzeuge, Maschinen, Anlagen, Immobilien oder auch Wertpapiere, die die Bank verwerten kann, falls Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Die Frage der Sicherheiten stellt Gründer und Unternehmer allerdings nicht selten vor Probleme: sie reichen nicht aus. Um Gründern und Unternehmern trotz unzureichender Sicherheiten die Möglichkeit zu bieten, notwendige Investitionen zu finanzieren, wurden einige der öffentlichen Förderdarlehen mit einer so genannten Haftungsfreistellung ausgestattet. Haftungsfreistellung bedeutet: Sollte ein Teilbetrag des Darlehens nach der Sicherheitenverwertung nicht zurückgezahlt werden können, teilen sich Hausbank und Förderbank den „Ausfallbetrag“ im Verhältnis der vereinbarten Haftungsfreistellung. Die Haftungsfreistellung entbindet den Darlehensnehmer jedoch nicht von seiner Zahlungsverpflichtung. Sie ersetzt auch nicht die Sicherheiten. Für Sie als Kreditantragsteller ist aber wichtig zu wissen, dass sich durch die Haftungsfreistellung das Ausfallrisiko für die Hausbank reduziert, so dass diese bei nicht ausreichenden Sicherheiten eher bereit sein sollte, ein entsprechendes Risiko für die Kreditgewährung zu übernehmen.


 

Investitionskredit
Der Investitionskredit dient zur Finanzierung des Anlagevermögens (Grundstück, Gebäude, Maschinen, Fuhrpark usw.). Die Finanzierung muss – neben einer angemessenen Eigenkapitalausstattung – mit der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der erforderlichen Investitionen übereinstimmen. Je länger die Laufzeit, desto niedriger sind die monatlichen Tilgungsraten, mit denen Sie den Kredit zurückzahlen. Die laufende finanzielle Belastung ist daher gering. Allerdings gilt auch: Je länger die Laufzeit, desto länger die Zinszahlung. Die Investition verteuert sich daher.
Für Ihre Hausbank ist entscheidend, dass Sie jederzeit in der Lage sind, den eingegangenen Zahlungsverpflichtungen (Tilgung und Zinszahlung) nachzukommen. Die Höhe des Zinssatzes ist abhängig von Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen (= Bonität; bestimmt sich z.B. durch Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad usw.) sowie der Werthaltigkeit der Sicherheiten, die Sie für den Kredit stellen. Damit gilt: Je geringer das Risiko für die Bank, desto geringer der Zins.


 

Investitionsplan
Wie viel Sie in Ihr geplantes Vorhaben investieren müssen, stellen Sie anhand einer Kapitalbedarfs- oder auch Investitionsplanung fest. Einen Kapitalbedarfs- bzw. Investitionsplan sollten Sie unabhängig davon erstellen, ob Sie Ihr Vorhaben allein aus Ihren Rücklagen oder mit Hilfe von Darlehen finanzieren. Wer auf eine genaue Planung verzichtet, riskiert, dass am Ende das Geld nicht ausreicht. Auf die Schnelle muss dann eine Fremdfinanzierung gefunden werden. Für öffentliche Förderdarlehen ist es dann aber schon zu spät. Sie können nur vor Vorhabensbeginn beantragt werden.


 

Leasing
Der Begriff „Leasing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Miete“ oder „Vermietung“ von Investitionsgütern oder langlebigen Wirtschaftsgütern. Beim Leasing stellt der Leasinggeber für einen befristeten Zeitraum eine bewegliche oder unbewegliche Sache zur Verfügung. Der Leasinggeber bleibt juristischer und wirtschaftlicher Eigentümer des Objekts. Der Leasingnehmer übernimmt alle Rechte, Risiken und Pflichten des geleasten Objektes. Er haftet für Beschädigungen und ggf. für den Ausfall des Produkts. Er muss Reparaturen ausführen und das Objekt instand halten. Der Leasingnehmer zahlt für die Nutzung eine vereinbarte monatliche Gebühr. Beispiele für geleaste Güter sind: Kfz, Bürogeräte, Produktionsanlagen, Immobilien.

Liquidität
Leasing kann Ihrer Liquidität nützen: Sie verfügen ab der ersten Leasingrate über ein Produkt oder ein Objekt, das Sie noch nicht komplett bezahlt haben. Die dadurch verfügbaren Geldmittel können Sie anderweitig einsetzen.

Sicherheiten
Leasing wird vielfach als Möglichkeit gesehen, eine zusätzliche Kreditquelle neben Bankkredit und öffentlichen Fördermitteln zu erschließen. Leasinggesellschaften prüfen aber nach den gleichen Bonitätsgrundsätzen wie die übrige Kreditwirtschaft. Und Existenzgründer werden erfahrungsgemäß von Leasinganbietern bonitätsmäßig zurückhaltend beurteilt.

Unterschied zur Miete
Dem „Mieter“ bzw. Nutzer des Leasingobjekts, im Fachjargon auch Leasingnehmer genannt, werden beim Leasing Rechte, Risiken und Pflichten übertragen, die bei „traditioneller Miete“ üblicherweise der Vermieter trägt. So haften Sie als Leasingnehmer für Beschädigungen und ggf. für den Ausfall des Produkts. Sie müssen ggf. Reparaturen ausführen und das Objekt instand halten.


 

Leasingvertrag
Der Leasingvertrag zwischen Leasinggeber und -nehmer kann viele verschiedene Ausgestaltungen haben. Soll er jedoch steuerlich wirksam anerkannt werden, sind dafür die vom Bundesministerium der Finanzen verabschiedeten „Leasingerlasse“ maßgeblich.


 

Liquiditätsplan
Ist Ihr Unternehmen in der Lage, die laufenden Rechnungen für Versicherungen, Steuerzahlungen oder Miete in den nächsten zwölf Monaten zu bezahlen? Können Sie notwendige Investitionen (anteilig) aus eigenen Mitteln finanzieren? Von den Antworten auf diese Fragen hängt das Fortbestehen Ihres Unternehmens ab.

Liquiditätsplanung muss sein
Eine sorgfältige und fortlaufende Liquiditätsplanung ist für jeden Unternehmer ein absolutes „Muss“. Sie umfasst die folgenden zwölf Monate. Anders als bei der Buchführung, in der Sie nur die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben festhalten, müssen Sie bei der Liquiditätsplanung Ihre geplanten und zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen. Diese sollten Sie nach den Rubriken (Konten) erfassen, die Sie auch für Ihre Buchführung nutzen (z.B. Warenverkäufe, Personalkosten, Bürokosten usw.).
Aus der Differenz der voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben ergibt sich der monatliche Überschuss (Überdeckung), den Sie zur Verfügung haben, um Ihre Rechnungen zu bezahlen. Womöglich stellt sich auch ein Fehlbetrag (Unterdeckung) heraus, den Sie schnellstmöglich beheben sollten.
Übrigens: Ein Großteil aller Insolvenzen von jungen Unternehmen in den kritischen ersten fünf Jahren geht auf Liquiditätsschwierigkeiten zurück. Der Grund dafür ist zumeist, dass die jungen Unternehmer den Kapitalbedarf für Wareneinkäufe und Forderungen in der Gründungsphase zu niedrig einschätzen.


 

Mezzanine-Finanzierung
Der Begriff „Mezzanine“ stammt aus dem Italienischen und bezeichnete ursprünglich ein niedriges Zwischengeschoss zwischen zwei Hauptstockwerken. In Anlehnung daran ist eine Mezzanine-Finanzierung zwischen Fremd- und Eigenkapital angesiedelt. Zu den Mezzanine-Finanzierungen werden Nachrangdarlehen, stille Beteiligungen sowie Genussscheine gezählt.


 

Nachrangdarlehen
Die Kapitalgeber eines Nachrangdarlehens werden im Fall einer Insolvenz des Unternehmens nachrangig bedient. Sie treten im Rang hinter die Forderungen aller übrigen Fremdkapitalgeber zurück. Vorrang haben die Gläubiger, die dem Unternehmen „klassische“ Kredite zur Verfügung gestellt haben. Aufgrund dieser Nachrangigkeit hat Kapital, das durch ein Nachrangdarlehen eingebracht wird, einen ähnlichen Charakter wie Eigenkapital. Der Vorteil ist: Die Bonität des Unternehmens wird verbessert und der Zugang zu weiterem Fremdkapital wird erleichtert. Für Existenzgründer und Unternehmen beispielsweise bietet der Bund aus dem ERP-Sondervermögen das „ERP-Kapital für Gründung“ an.


 

Öffentliche Förderdarlehen
Der Bund bietet u.a. aus Mitteln des ERP-Sondervermögens Förderprogramme für Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen an. Auch die Bundesländer und die Europäische Union helfen mit finanziellen Mitteln beim Start in die unternehmerische Selbständigkeit. Dabei handelt es sich meistens um Darlehen, unter bestimmten Voraussetzungen auch um nicht-rückzahlbare Zuschüsse. Typisch für öffentliche Förderdarlehen sind – je nach Programm – u.a. günstige Zinsen, feste Zinssätze, lange Laufzeiten und häufig eine rückzahlungsfreie Zeit, bis Sie mit der Tilgung beginnen müssen. Für Förderdarlehen gilt: Sie werden zwar von den Förderbanken des Bundes und der Länder angeboten – der Antrag dafür wird aber bei der Hausbank gestellt („Hausbankprinzip“). Die Hausbank ist die Bank oder Sparkasse, bei der Sie Ihr Geschäftskonto führen. Und: Fördermittel müssen Sie grundsätzlich vor Beginn des geplanten Vorhabens beantragen. Im Nachhinein werden keine Fördermittel bewilligt.


 

Private Bürgschaften
Bei privaten oder persönlichen Bürgschaften bürgen Privatpersonen oder Unternehmer für die Rückzahlung des Darlehens. Dabei wird meist vereinbart, dass die Bank den Zugriff auf den Bürgen auch ohne vorheriges gerichtliches Vorgehen gegen den Hauptschuldner vornehmen kann („selbstschuldnerische Bürgschaft“). Die Bank kann also den Bürgen jederzeit in die Pflicht nehmen, selbst wenn der Hauptschuldner noch zahlen könnte. Allerdings wollen private Bürgen nicht selten Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen nehmen. Hinzu kommt eine enorme emotionale Belastung, wenn die Geschäfte schlecht gehen und die Bürgschaft wirksam werden sollte. Insofern sollten Familienangehörige, Freunde und Bekannte nicht als Bürgen in Anspruch genommen werden.
Eine Alternative bietet die Übernahme einer Bürgschaft durch einen Geschäftspartner und die Abfassung eines Bürgschaftsvertrags, der Art, Dauer und Anlass der Bürgschaft begrenzt. Interessant können auch Bürgengemeinschaften sein, bei der mehrere Personen im Umfang der eigenen Schuld zugleich auch für andere mitbürgen.


 

Rating
Wenn Sie als Unternehmer oder Existenzgründer einen Kredit beantragen, werden Sie von Ihrer Hausbank einem Rating unterzogen. Dabei versucht die Bank oder Sparkasse einzuschätzen, inwieweit Sie in der Lage sind, das entliehene Geld vereinbarungsgemäß zurückzuzahlen.
Das Rating (englisch „to rate“ = jemanden einschätzen, beurteilen) ist also eine Art Gutachten über die Kreditwürdigkeit (Bonität) Ihrer Person und Ihres Unternehmens. Je besser die Kreditwürdigkeit, desto geringer ist das Risiko für die Bank. Das bedeutet für den Kreditnehmer: niedrigere Zinsen. Umgekehrt: Je höher das Risiko für die Bank, desto höher die Zinsen für den Kreditnehmer.
Ein Rating untersucht:

  • die wirtschaftliche Situation Ihres Unternehmens,
  • die Qualität des Managements und der Unternehmens-Organisation,
  • die Situation Ihres Unternehmens am Markt und die Zukunft des Marktes und der Branche,
  • die Beziehung zwischen Ihrem Unternehmen und Ihrer Hausbank,
  • die Unternehmensentwicklung und Unternehmensplanung,
  • bei Existenzgründungen: die Erfolgswahrscheinlichkeit Ihres Konzepts.

Jeder Kreditnehmer muss sich auf das Bankenrating einstellen. Um Wachstumsinvestitionen zu finanzieren, müssen Unternehmer die bisherigen Jahresabschlüsse vorlegen, um zu zeigen, wie gut das Unternehmen läuft. Für Existenzgründer kommt es vor allem darauf an, ein überzeugendes Unternehmenskonzept (Businessplan) zu erarbeiten bzw. vorzustellen und fachliche sowie kaufmännische Qualifikationen nachzuweisen.
Das Rating-Ergebnis Ihrer Bank liefert auch Ihnen sehr genaue Hinweise darüber, wie gut Ihr Unternehmenskonzept ist oder wie gut Ihr Unternehmen arbeitet. Das bedeutet: Rating ist nicht nur eine „Hürde“ auf dem Weg zu einem Kredit. Es bietet Gründerinnen und Gründern bzw. Unternehmen auch einen fundierten „Unternehmens-Check“, der ihnen hilft, Risiken zu erkennen und Potenziale zu nutzen.
Je mehr Ihre Bank über Ihr Unternehmen und vor allem Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse weiß, desto besser kann sie mit Ihnen zusammenarbeiten. Und desto besser kann ein Rating ausfallen.


 

Rentabilitätsplan
Jede Investition muss sich lohnen. Sie soll dazu beitragen, Ihre betrieblichen Kosten zu decken und die investierte Summe wieder „herauszubekommen“. Vor allem aber soll Sie Ihnen dazu verhelfen, Gewinne zu erwirtschaften und Rücklagen zu bilden. Der Rentabilitätsplan zeigt Ihnen, welche Auswirkungen die geplanten Investitionen auf Ihren Umsatz, die Kosten und Ihren Gewinn haben. Er ist daher ein wichtiges Instrument, um

  • Ihre Geldgeber von der wirtschaftlichen Tragfähigkeit Ihres Vorhabens zu überzeugen,
  • Ziele zu setzen und festzulegen, was Sie erreichen wollen,
  • Abweichungen von Plan- und Sollzahlen festzustellen.

Bei der Rentabilitätsplanung ermitteln Sie die zu erwartenden Umsätze, die Kosten sowie den zu erwartenden Gewinn. Der Rentabilitätsplan sollte drei Geschäftsjahre umfassen.
Gründer müssen bei der Vorbereitung der Rentabilitätsplanung mit nachvollziehbaren Zahlenschätzungen arbeiten, die die tendenzielle Entwicklung des zukünftigen Unternehmens zeigen. Unternehmer sollten in Ihre Rentabilitätsplanung neben den Planzahlen auch die aktuellen Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung bzw. der betriebswirtschaftlichen Auswertungen einbeziehen.


 

Stille Beteiligung
Hierbei beteiligt sich der Kapitalgeber bzw. Investor als stiller Gesellschafter an einem Unternehmen, das heißt, er tritt nach außen hin nicht in Erscheinung. Er leistet eine Einlage in das Unternehmensvermögen und erhält im Gegenzug eine Gewinnbeteiligung. An einem Verlust nimmt der stille Gesellschafter maximal in Höhe der eingezahlten Einlage teil. Die gesellschaftsrechtlichen Regelungen sind im Handelsgesetzbuch (HGB) und im Zusammenhang mit der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) zu finden.


 

Typische Finanzierungsfehler

  • zu wenig Eigenkapital,
  • keine rechtzeitigen Verhandlungen mit der Hausbank,
  • Verwendung des Kontokorrentkredits zur Finanzierung von Investitionen,
  • hohe Schulden bei Lieferanten,
  • mangelhafte Planung des Kapitalbedarfs und des Kapitaldienstes,
  • öffentliche Finanzierungshilfen nicht beantragt bzw. deren Tilgung nicht berücksichtigt,
  • finanzielle Überlastung durch scheinbar günstige Kredite.

 

 

[Quelle: Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie]